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Die Existenzgründung gehört zu den folgereichsten Entscheidungen im Leben eines Menschen. Ein Scheitern kann nicht nur den finanziellen Ruin, sondern auch den sozialen Abstieg nach sich ziehen. Aus diesem Grund ist neben einer guten Geschäftsidee und einem erfolgsversprechenden Businessplan ein solides Finanzierungsfundament unabdingbar. Doch nicht jede Bank ist bereit, einen Kredit für Selbstständige zu gewähren. Zu hoch ist das Ausfallrisiko, zu niedrig die Sicherheiten. Wer einen Kredit für Selbstständige beantragen will, braucht Sicherheiten. Eine Bürgschaft aus dem privaten Bereich oder von einer Bürgschaftsbank kann zu einem positiven Entscheid bei der Beantragung des Kredits für Existenzgründer verhelfen.

Kredit für Selbstständige mit einer Bürgschaft absichern

Wenn Existenzgründer nicht die erforderlichen banküblichen Sicherheiten vorweisen können oder ihre Bonität nicht ausreicht, wird eine Bürgschaft für den Kredit für Selbstständige notwendig. Hierbei stehen den Kreditnehmern zwei unterschiedliche Bürgschaftsarten zur Verfügung, zwischen denen, je nach finanziellen Voraussetzungen, gewählt werden kann oder aber auch muss:

Private Bürgschaften

Bei kleineren Kreditbeträgen ist es in der Regel üblich, dass Unternehmen oder Privatpersonen – bei entsprechender Bonität – für den Kredit für Selbstständige bürgen. Hierbei handelt es sich zumeist um eine selbstschuldnerische Bürgschaft. Das heißt, dass der Kreditgeber – also in der Regel die Bank – auf den Bürgen zugreifen kann, ohne dass ein gerichtliches Vorgehen erforderlich ist. Dennoch ist eine Bürgschaft von Privat mit Vorsicht zu genießen, da hier sowohl familiäre als auch freundschaftliche Beziehungen großen Belastungen ausgesetzt werden. Ein weiteres Konfliktpotenzial entsteht, wenn der Bürge sich in das Tagesgeschäft mit gutgemeinten Ratschlägen oder gar Taten einbringt. Besondere Vorsicht, für einen privaten Bürgen, ist bei unbegrenzten Bürgschaften geboten. Diese beziehen sich auch auf künftige Schulden des Kreditnehmers. Aus diesem Grund und zum Schutz des Bürgen sollte immer ein Höchstbetrag, eine beschränkte Bürgschaft oder eine Teilburgschaft vereinbart werden. Bei der letzten Variante kann der Kreditnehmer für seinen Kredit für Selbstständige mehrere Bürgen, die anteilig für die Schulden einstehen, vorschlagen. Der Vorteil hier: Auf diese Weise lässt es sich schneller einen Bürgen finden, da die Gesamtschuld aufgeteilt wird, und die Bank hat dennoch den gesamten Kredit für Selbstständige abgesichert.

Ausfallbürgschaften

Eine weitere Möglichkeit den Kredit für Selbstständige abzusichern stellt die Ausfallbürgschaft dar. Anders als bei privaten Bürgschaften ist der Bürge bei einer Ausfallbürgschaft nur dann zahlungspflichtig, wenn die Bank zunächst alle vorhandenen Sicherheiten des Schuldners verwertet hat. Erst wenn alle andere Mittel ausgeschöpft wurden und der Kreditbetrag immer noch nicht vollständig getilgt worden ist, erst dann kann die Bank auf den Bürgen wegen dem noch ausstehenden Kreditbetrag zugehen.

Kann eine private Bürgschaft gekündigt werden?

Eine private Burgschaft wird für eine unbegrenzte Zeit bzw. bis zu dem Zeitpunkt, bis die gesamte Schuld beglichen worden ist, geschlossen. Sie ist unkündbar. Sie verfällt auch nicht, wenn die Freundschaft gekündigt, die Ehe geschieden und die Familie zerrüttet ist. Eine Bürgschaft endet erst mit der vollständigen Tilgung der gesamten Schuld. Kommen in der Zeit der Bürgschaft neue Schulden hinzu und wurde die Bürgschaft nicht auf einen bestimmten Betrag festgelegt oder beschränkt, so verlängert sie sich entsprechend. Der Bürge kann die Anhäufung von neuen Schulden eindämmen und die Haftung für zusätzliche Schulden ausschließen, indem er die bestehende Bürgschaft mit Wirkung auf die Zukunft kündigt. Für die bereits bestehenden Schulden haftet er aber trotzdem.

Bürgschaften von einer Bürgschaftsbank

Damit ein Kredit für Selbstständige nicht an fehlenden Sicherheiten und Bonität scheitert, bieten Bürgschaftsbanken unterschiedliche Bürgschaften an: Bürgschaft mit Hausbank und Bürgschaft ohne Hausbank. Im ersten Fall hat der Kreditnehmer bereits einen Kredit für Selbstständige bei seiner Hausbank beantragt, ihm fehlen lediglich die banküblichen Sicherheiten. Dann erfolgt ein Antrag auf Bürgschaft direkt über die Hausbank. Im zweiten Fall fehlt sowohl die Bank, die dem Kreditnehmer den Kreditantrag bewilligen würde, falls eine Bürgschaft vorläge, als auch die notwendigen Sicherheiten. In diesem Fall kann zuerst die Bürgschaft durch eine Bürgschaftsbank beantragt werden (Bürgschaft ohne Bank) und dann die geeignete Bank für den Kredit für Selbständige gesucht werden. Entscheidungsgrundlage für die Bürgschaftsbank ist der Businessplan.

Wo und wie kann eine Ausfallbürgschaft für einen Kredit für Selbstständige beantragt werden?

In den meisten Fällen wird die Bürgschaft von der Hausbank beantragt. Voraussetzung ist, dass die Hausbank bereits bei der Planung des Vorhabens mit einbezogen wird. Das heißt, dass sowohl alle Finanzierungsfragen vor Vertragsabschlüssen geklärt werden. Nachdem der Antrag für die Bürgschaft für einen Kredit für Selbstständige bei der Bürgschaftsbank eingegangen ist, prüft diese das Unternehmens- bzw. Gründungskonzept auf Herz und Nieren.

Was kostet die Bürgschaft?

Wer seinen Kredit für Selbstständige von einer Bürgschaftsbank absichern lassen will, muss eine einmalige Bearbeitungsgebühr sowie eine Provision in Höhe von 1 bis 1,5 Prozent der Kreditsumme entrichten.

Was ist bei Bürgschaften der Bürgschaftsbanken zu beachten?

Anders als bei privaten Bürgschaften bleiben bei der Bürgschaft von Bürgschaftsbanken die emotionale Auswirkungen auf die Beziehung – sei es privat oder geschäftlich – zwischen dem Kreditnehmer und dem Bürgen aus. Es handelt sich hierbei um eine rein geschäftliche Beziehung. Ebenso vorteilhaft ist die Tatsache, dass die Bürgschaftsbanken sehr wohl in der Lage sind, das Vorhaben und dessen unternehmerischen Aussichten realistisch beurteilen zu können. Denn nicht selten haben junge Unternehmer Schwierigkeiten, den finanziellen Aufwand ihres Vorhabens realistisch einzuschätzen. Auch die Planung, woher die finanzielle Mittel kommen sollen, ist fehlerhaft und oft unrealistisch. Ein Problem, das besonders oft auftritt, wenn Existenzgründer sich ohne Hausbank direkt an die Bürgschaftsbanken wenden.

Tipp: Entscheidend für einen positiven Entscheid durch die Bürgschaftsbank ist das Rating (Einschätzung der Bonität). Dabei werden sowohl die wirtschaftliche Situation des Unternehmens sowie dessen künftige Entwicklung am Markt analysiert als auch die Qualität des Managements und Organisation unter die Lupe genommen. Die Dauer des Antragsverfahrens hängt nicht zuletzt von der Größe und der Komplexität des Vorhabens ab, für das der Kredit für Selbstständige benötigt wird. In der Regel beträgt die Bearbeitungszeit für einen Kredit für Selbstständige etwa zwei bis drei Wochen. Es gibt aber Bürgschaftsbanken, die Expressbürgschaften anbieten. Hier beträgt die Bearbeitungszeit etwa drei bis fünf Tage. Die Zinsen für den Kredit für Selbstständige richten sich nach dem Rating des Unternehmens. Je nachdem, wie hoch das Ausfallrisiko für die Hausbank ist, fallen die Zinsen entsprechend hoch oder niedrig aus. Übrigens steigt das Ausfallrisiko mit der Laufzeit des Kredits.


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